Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost
Extent and Medium
Schriftgut
399 Aufbewahrungseinheiten
Creator(s)
- Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost, 1925-1945
Biographical History
Geschichte des Bestandsbildners
Die Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost wurde am 1. Januar 1937 zur Erforschung von technischen Problemen im Post- und Fernmeldewesen als höhere Reichsbehörde gegründet.
Sie besaß gegenüber anderen Institutionen der Deutschen Reichspost (DRP) eine Vormachtstellung. Auf Weisung des Reichspostministers Wilhelm Ohnesorge durfte die RPF bei den Reichspostdirektionen (RPD) und dem Reichspostzentralamt (RPZ) stets Informationen und Auskünfte einholen, sowie nach Genehmigung des Reichspostministeriums (RPM) sich auch an der Betriebsführung und an Aufbauarbeiten beteiligen.
Das ursprüngliche Forschungsgebiet beschränkte sich auf die Felder der allgemeinen Physik, der Optik und der Akustik. Die Betriebsfragen der Fernmeldetechnik wurden weiterhin vom RPZ bearbeitet. Später wurde das Forschungsgebiet der RPF um die Felder Chemie, Elektronik und Atomphysik erweitert.
Die RPF wurde im Rahmen des „Vierjahresplanes" überwiegend in die Aufgaben der Rüstung und Kriegswirtschaft einbezogen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges führte zu einer Erweiterung des Forschungsprogrammes. Umfasste die RPF bei ihrer Gründung zu Beginn des Jahres 1937 noch 14 Sachgebiete, so waren es bei Kriegsende 50. Aus dem „Grailer-Bericht" wurde deutlich, dass die Forschungsanstalt „zu einem getarnten Rüstungsunternehmen ausgebaut und fast ausschließlich den steigenden Bedürfnissen der operativen Kriegsführung untergeordnet" wurde.
Die Abteilung II „Patentwesen und Bücherei" verblieb als Einzige nach der kriegsbedingten Verlagerung der RPF mit ihren vier Sachgebieten in Berlin. Die anderen Abteilungen und Sachgebiete waren im ganzen Deutschen Reich verteilt. Die genaue Verteilung kann aus dem „Grailer-Bericht" entnommen werden.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden vom Sonderbeauftragten für die Abwicklung der Deutschen Reichspost circa 750 Patentakten über Schutzrechte der Deutschen Reichspost und ihrer Angehörigen sichergestellt. Bei der Erstellung des Findbuches waren davon nur circa 350 Patentakten im Bundesarchiv überliefert, der Verbleib der übrigen Patentschriften ist ungeklärt.
Scope and Content
Geschichte des Bestandsbildners
Im Jahr 1983 wurden Teile des Bestandes des Verwaltungsarchivs des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der DDR zusammen mit Akten des Reichspostministeriums (R 4701) vom Zentralen Staatsarchiv Potsdam übernommen. Für die Akten der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost (RPF) wurde der Bestand R 4705 angelegt.
Im November 1997 wurden Altakten beim ehemaligen Forschungsinstitut beim Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) in Darmstadt ausgesondert und dem Bundesarchiv angeboten. Das Bundesarchiv übernahm daraufhin sieben Kisten mit Patentschriften aus den Jahren 1931 bis 1945. Diese wurden an das Referat R 4 übergeben und in Berlin-Hoppegarten bis zur archivischen Bearbeitung eingelagert. Außerdem erfolgte gleichzeitig die Abgabe von Akten aus der Vorgeschichte des späteren FTZ in Darmstadt. Mit diesen Akten wurde der Bestand B 123 gebildet.
Im November 2003 erfolgte außerdem die Übernahme einer Akte aus dem Staatsarchiv Freiburg, welche dort fälschlicherweise in den Bestand „Oberpostdirektion Freiburg" integriert gewesen war.
Bestandsbeschreibung
Erfindungen, Patente und Patentangelegenheiten, Organisationsunterlagen, Be‧schaffungs- und Personalangelegenheiten, Haushaltswesen, u.a. für kriegswichtige Sonder‧aufgaben 1925-1945 (44), Drucksachen
Zitierweise
BArch R 4705/...