Wehrkreiskommando IV (Dresden)
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1271 AE1,2 lfm
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Zakres i treść
Der Bestand hat ein hohes Maß an Bedeutung für die militärgeschichtliche Forschung, da es weder eine vergleichbare Überlieferung zu den übrigen für den Zeitraum 1919 bis 1945 bestehenden Wehrkreise gibt, noch sonst Unterlagen auf dieser Verwaltungsebene über die Heeresreduzierung im Zuge der Versailler Bestimmungen existieren.
Die überlieferten Stammtafeln sind nicht der Personalabteilung zugeordnet. Da sie nicht im Wehrkreiskommando IV entstanden sind und sich lediglich inhaltlich auf diese Dienststelle beziehen, wurden sie gesondert an den Beginn der Klassifikation gestellt. Sie bieten trotz des Fehlens eines genauen Datums Aufschluss über die dem Wehrkreis IV nachgeordneten Truppen und Verbände.
Die Führungsabteilung Ia befasste sich mit den Grundsatzfragen der Aufstellung der sächsischen Teile der Reichswehr in den in Punkt I beschriebenen Phasen der Umformierung. Weiterhin finden sich bei den operativen Einsätzen Unterlagen zu Unruhen, Streiks und Putsch-Versuchen im Reich. Gesondert erwähnt werden der Kapp-Putsch in Berlin, zu dem hauptsächlich Berichte von Reichswehrtruppen und der Polizei vorhanden sind, und der Märzaufstand unter Max Hoelz in Westsachsen. Seitens der Reichswehr wurden Richtlinien für das Vorgehen bei solchen Unruhen erlassen, die sich ebenso in der Überlieferung finden wie die Einsätze der sächsischen Reichswehrtruppen. Ferner sind Einsätze von Freiwilligenverbänden, Einwohnerwehren und der Hilfspolizei dokumentiert.
Unter dem Klassifikationspunkt "Presse und Fürsorge" finden sich Zeitungsverbote in Sachsen und Preußen sowie Zeitungsausschnittsammlungen zu Angriffen gegen die Reichswehr seitens der Tagespresse.
Die Führungsabteilung war überdies zuständig für die gesamten Transportangelegenheiten der Truppen, wozu auch Bahn- und Wasserschutz gehörten. Darunter ist die Sicherung sämtlicher Bahn- und Wasserwege bei Truppentransporten zu verstehen. Neben Kartenmaterial findet sich die konkrete Sicherung durch z.B. den Reichswasserschutz und die Bahnhofs- und Linienkommandanturen. Der Transport der Truppen steht in engem Zusammenhang mit den Einsätzen von Reichswehrverbänden bei inneren Unruhen. Daher finden sich bei den Unterlagen des Transportwesens auch Befehle und Richtlinien für Einsätze bei Unruhen und Streiks.
Einen besonderen Punkt stellen die militärgeografischen Angaben dar. Die Mil.Geo. [10] bildete in der Organisationsstruktur des Wehrkreiskommandos IV im Dritten Reich eine eigene Abteilung. Über das genaue Datum der Errichtung lassen sich keine Angaben machen, da für den Zeitraum zwischen 1929 und 1941 keine Organisationsunterlagen vorhanden sind. Weil es sich um Unterlagen handelt, die sich auf die militärische Nutzung von Straßen, Gleisanlagen und Wasserstraßen beziehen, wurden sie den Transportunterlagen zugeordnet.
Der Führungsabteilung nachgeordnet war das Äußere Nachrichtenwesen, dessen Aufgabe die Berichterstattung über die politische, militärische und wirtschaftliche Lage auf nationaler und internationaler Ebene war. Neben der Überwachung von Arbeiterzusammenschlüssen und der Heeresfriedenskommission, die zur Überwachung der Abrüstung in Deutschland durch die Siegermächte eingerichtet wurde, sind Berichte der Truppenverbände im Wehrkreis IV und der Geheimen Staatspolizei (1934/35) vorhanden.
Obwohl der Versailler Vertrag festlegte, dass alle Wehrschulen geschlossen und die Allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden musste, finden sich für die Zeit der Vorläufigen Reichswehr - und vereinzelt auch später - Ausbildungsunterlagen. Überliefert sind Ausbildungspläne, Unterrichtsmitschriften und praktische Übungen sowie allgemeine Ausbildungs- und Unterrichtsangelegenheiten einzelner Standorte des Wehrkreises IV.
In den späten Jahren der Weimarer Republik und der Zeit des Dritten Reiches wurde nicht nur der Verwaltungsapparat des Reichsheeres und der Wehrmacht ausgebaut, sondern auch die Ausbildung verstärkt vorangetrieben. Mit Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht nahm auch die Ausbildungstätigkeit im Wehrkreis IV weiter zu. Die hierfür errichtete Abteilung Id nahm mit der Abteilung Ia Offizier-, Unteroffizier- und Mannschaftsausbildung wahr. Trotz der großen Aktenverluste für die Zeit 1923 bis 1945 sind einige Unterlagen zur Offizier- und Führergehilfenausbildung überliefert.
Die erhalten gebliebenen Unterlagen der Organisationsabteilung Ib bieten Informationen zur Organisationsstruktur der Truppenverbände und der Liegenschaftsverwaltung. Zu letzterem ist die Verwaltung des Hauptquartiers (Innerer Dienst) und der Truppenübungsplätze überliefert. Schwerpunkt bildet jedoch die Organisation des Übergangsheeres und des 100 000 Mann Heeres. Außer Organisationsverfügungen und dem Aufbau der Reichswehrtruppen liegen Unterlagen zu Zeitfreiwilligenverbänden, der Technischen Nothilfe, Einwohnerwehren und Freikorps vor. Für das Jahr 1934 existieren Namenslisten von Ergänzungsführern v.a. des Grenzabschnittskommandos 34.
Die Reduzierung der Reichswehr brachte nicht nur organisatorische Veränderungen sondern auch zahlreiche Versetzungen und Entlassungen auf personeller Ebene. Für die grundsätzlichen Personalangelegenheiten und die Personalreduzierung auf der Ebene der Offiziere war die Abteilung IIa zuständig. Eine Hauptaufgabe war die Organisation und Koordination von Versetzungen, Kommandierungen und Entlassungen. Letzteres hatte Beschwerden der Offiziere zur Folge, die gemeinsam mit der Heeresreduzierung dokumentiert sind.
Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt stellt die Verleihung von Orden und Auszeichnungen, hauptsächlich des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse, dar. Als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die Personalverwaltung sind Tagesbefehle und Verordnungen des Wehrkreiskommandos IV überliefert.
Die gesamte Kassen- und Personalkostenverwaltung nahm die Abteilung IV für wirtschaftliche Angelegenheiten wahr. Neben der Versorgung und Besoldung der Truppen finden sich Sonderzulagen wie Bekleidungssicherungsgeld und Wohnungsgeldzuschuss in den Unterlagen. Außerdem lag die Verantwortung für das Kassenhauptbuch in den Händen dieser Abteilung.
In der Geschäftseinteilung vom November 1919 nimmt der Quartiermeister eine zentrale Stelle bei dem Wehrkreiskommando ein. Die ihm nachgeordneten Unterabteilungen, von denen Unterlagen überliefert sind, werden nachfolgend näher erläutert:
Die Unterabteilungen IIb und IIc hatten als Hauptaufgaben die Personalangelegenheiten der Unteroffiziere und Mannschaften sowie die Wohlfahrt und Fürsorge für die Soldaten. Überliefert sind jedoch ausschließlich Beförderungen, Versetzungen und Entlassungen von Unteroffizieren und Mannschaften allgemein und im speziellen Fall von Musikmeistern und Feuerwerkern. Weiterhin sind die Wahlen und der Einsatz von Vertrauensleuten dokumentiert.
Die Anwerbung und die Verwendung von Freiwilligenverbänden sind Inhalt der vorhandenen Akten der Unterabteilung Werbung.
Die Aufgaben der Unterabteilung IV (Sanitätsangelegenheiten) sind aufgrund der Aktenverluste im Zweiten Weltkrieg mit nur einer Archivalieneinheit (AE) dokumentiert. Diese Akte enthält jedoch ein Abgabeverzeichnis der an das Krankenbuchlager abgegebenen Unterlagen, so dass zumindest nachvollziehbar ist, welche Aufgaben die Unterabteilung IV tatsächlich wahrgenommen hat.
Für den Bereich des Veterinärdienstes ist die Überlieferungslage besser. Bei der Unterabteilung VI finden sich nicht nur Organisationsunterlagen und Befehle für das Veterinärwesen, sondern auch Personalunterlagen der Mitarbeiter der Abteilung VI. Von den Fachaufgaben sind die Verwaltung der Pferdebestände und der veterinärmedizinische Bereich für die Jahre 1919 bis 1921 überliefert. Schwerpunkt für die Pferdeverwaltung war in diesen Jahren die Reduzierung der Pferdebestände durch Verleih und Verkauf; im medizinischen Bereich war es die Behandlung von Pferdekrankheiten und Pferdeseuchen.
Die Unterabteilung Konach, die für die Personalverwaltung und Überwachung der Tätigkeit der Nachrichtentruppen zuständig war, ist ausschließlich mit Personalangelegenheiten der Offiziere und Mannschaften und der Materialbeschaffung vertreten.
Abschließend soll die Wehrkreisverwaltung für die Jahre 1941 bis 1945 Erwähnung finden. Diese existierte als eigenständige Dienststelle und findet sich organisatorisch unter dem Quartiermeister. Überliefert sind lediglich drei AE, die sich mit der Beschaffung von Uniformen für den Volkssturm und dem Befehl über den "Beamten-Feldersatz OKH" befassen.
Pomoce informacyjne
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Źródła
RHD 49 Wehrkreiskommandos
Absolon, Rudolf: Wehrgesetz und Wehrdienst 1935 - 1945. Das Personalwesen in der Wehrmacht. Boppard am Rhein 1960
Gaertner, Franz von: Die Reichswehr in der Weimarer Republik. Darmstadt 1969
Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1948-1939. München 1979
Neugebauer, Karl-Volker (Hrsg.): Grundzüge der deutschen Militärgeschichte. Band 1: Historischer Überblick. Freiburg 1993
Reinicke, Adolf: Reichsheer 1921-1943. Osnabrück 1986
Schwadlo-Gesterding, Joachim: Das Reichsheer. Bonn 1966
Semler, Paul: Wehrgesetz vom 23. März 1921. Berlin 1921
Tessin, Georg: Deutsche Verbände und Truppen 1918-1939. Altes Heer, Freiwilligenverbände, Reichswehr, Heer, Luftwaffe und Landespolizei. Osnabrück 1974
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 16: Verzeichnis der Friedensgarnisonen 1932-1939 und Stationierungen im Kriege 1939-1945. Teil 1: Wehrkreise I-VI. Osnabrück 1996
Thomée, Gerhard: Der Wiederaufstieg des Deutschen Heeres 1918-1938. Berlin 1939
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