Oberkommando der Heeresgruppe Don, Heeresgruppe Süd, Heeresgruppe Nordukraine, Heeresgruppe A, Heeresgruppe Mitte
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Biografia twórcy
Die Heeresgruppe Don (21.11.1942 - 12.2.1943)
Im Zuge der deutschen Sommeroffensive ab dem 28. Juni 1942 (Fall "Blau") waren im südlichen Teil der Ostfront deutsche Truppen einerseits in den Kaukasus eingedrungen und hatten andererseits bis Ende August den bedeutenden Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt Stalingrad an der Wolga weitestgehend eingenommen. Doch Anfang September kam die deutsche Offensive zum Stillstand und am 19. November 1942 erfolgte die sowjetische Gegenoffensive. Zur Entlastung wurde das im Raum Leningrad befindliche Armeeoberkommando 11 in ein Heeresgruppenkommando umgewandelt (21. November) und nach Süden verlegt. Am 22. November schloß sich der sowjetische Zangenangriff um Stalingrad - die 6. Armee (20 deutsche und 2 rumänische Divisionen) war damit eingekesselt. Die neue Heeresgruppe Don wurde zwischen die beiden Heeresgruppen A und B eingeschoben und sollte den Entsatz für die in Stalingrad eingeschlossenen Truppen führen. Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don wurde Generalfeldmarschall Erich von Manstein, der am 27. November im Hauptquartier der Heeresgruppe in Nowotscherkassk eintraf. Der Heeresgruppe Don wurden die Verbände im Stalingrader Kessel sowie westlich und südwestlich davon unterstellt - es handelte sich um die 6. Armee (in Stalingrad), die aus dem XVII. Armeekorps gebildete Angriffsgruppe Hollidt (westlich), die 3. rumänische Armee (nordwestlich) und die Armeegruppe Hoth, bestehend aus der 4. Panzerarmee und der 4. rumänischen Armee (südwestlich). Am 12. Dezember 1942 begann der Entlastungsangriff der Heeresgruppe Don, der im wesentlichen nur von der Armeegruppe Hoth getragen wurde. Da durch sowjetische Durchbrüche an anderen Stellen nun der Heeresgruppe selbst die Einkesselung drohte, die Kräfte der Armeegruppe Hoth auch zu schwach für ein weiteres Vorgehen waren, mußte der Entsatzversuch am 21. Dezember abgebrochen werden, nachdem die 4. Panzerarmee bis auf 50km an den Kessel heran gekommen war. Ein Ausbruchsversuch wurde wie schon zuvor von Hitler untersagt, die Versorgung des Kessels sollte durch die Luftwaffe erfolgen (VIII. Fliegerkorps, zur Luftflotte 4 gehörig), was jedoch nicht gelang und letztlich ausichtslos war. Am 10. Januar 1943 begann der sowjetische Angriff auf den Kessel von allen Seiten, am 18. Januar waren die deutschen Truppen auf das reine Stadtgebiet beschränkt, am 25. Januar glückte den sowjetischen Truppen die Aufspaltung in einen Süd- und einen Nordkessel. Der Oberbefehlshaber der 6. Armee, Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, kapitulierte mit den Truppen im Südkessel am 31. Januar, der Nordkessel folgte am 2. Februar 1943. Nachdem bereits am 12. Januar sowjetische Truppen die Donfront südlich und am 20. Januar auch nördlich Woronesch durchbrochen hatten und sich auf Charkow zubewegten, dabei zum Teil deutsche und verbündete Verbände einschließend, mußte nach Westen ausgewichen werden. Durch breite Frontlücken wurden tiefe sowjetische Vorstöße nach Westen und Südwesten möglich. Die Schließung der Durchbruchslücken und eine Stabilisierung der Front etwa 300km weiter westlich wurde der Heeresgruppe Don übertragen.
Die Heeresgruppe Süd (12.2.1943 - 25.3.1944)
Die Heeresgruppe wurde dabei am 12.2.1943 umbenannt in Heeresgruppe Süd und übernahm, nachwievor unter Manstein stehend, den Südabschnitt der abgezogenen Heeresgruppe B. Die Heeresgruppe Süd umfaßte an Verbänden nun die 4. Panzerarmee, die 1. Panzerarmee, die Armeeabteilung Hollidt, aus der noch im März 1943 eine neue 6. Armee gebildet wurde, und die Armeeabteilung Kempf, aus der im August 1943 eine neue 8. Armee gebildet wurde. Trotz weiteren Vorgehens der Roten Armee konnte hier die Front an Donez und Mius im März 1943 zunächst stabilisiert werden. Zeitgleich erfolgte der Rückzug der deutschen Truppen aus dem Kaukasus. Zur Wiedererlangung der Initiative begannen die Heeresgruppen Mitte und Süd am 5. Juli 1943 mit dem Unternehmen "Zitadelle" eine großangelegte, ambitionierte Offensive. Während dieser Offensive kam es zur "Panzerschlacht bei Kursk", aber nur geringen deutschen Fortschritten, die bald steckenblieben. Am 13. Juli mußte die Offensive eingestellt werden. Bereits am 17. Juli setzte im Gegenzug eine sowjetische Offensive (Sommeroffensive 1943) am Donez gegen die Heeresgruppe Süd ein. Ab dem 8. September begann der Rückzug der deutschen Truppen aus dem Donezbecken. Das sowjetische Vordringen hielt an, am 24. Dezember 1943 begann eine sowjetische Winteroffensive, ebenfalls gegen die Heeresgruppe Süd gerichtet. Am 30. Dezember wurde dabei die Ukrainefront mehrfach durchbrochen. Manstein bat bei Hitler am 4. Januar 1944 um Rückverlegung der Front, wurde jedoch abgewiesen. Während am 14. Januar nun auch eine sowjetische Offensive gegen die Heeresgruppe Nord anlief, wurden am 28. Januar bei Tscherkassy Einheiten der Heeresgruppe Süd (XI. und XXXXII. Armeekorps) eingekesselt. Nach mehreren erfolglosen Entsatzversuchen gelang am 17. Februar 1944 ein Ausbruchsversuch. Nach Einsetzen der sowjetischen Frühjahrsoffensive von 1944 am 4. März gegen die Heeresgruppen Süd und A begann allerdings der deutsche Rückzug aus der Ukraine. Manstein konnte zunächst bei Hitler noch eine Rückverlegung nach Westen durchsetzen, wurde dann jedoch am 30. März 1944 von seinem Kommando entbunden. Die Heeresgruppe Süd wurde erneut umbenannt.
Die Heeresgruppe Nordukraine (30.3. - 23.9.1944)
Mit dem 30. März wurde Generalfeldmarschall Walter Model Oberbefehlshaber der nunmehrigen Heeresgruppe Nordukraine. Dieser unterstanden die 1. Panzerarmee, die 4. Panzerarmee und die 1. ungarische Armee, im August kam die 17. Armee hinzu und die 1. Panzerarmee bildete mit der 1. ungarischen Armee die Armeegruppe Heinrici. Auch Model konnte letztlich nur den weiteren Rückzug der Heeresgruppe durchführen. Bis Ende April 1944 war die Ukraine komplett geräumt. Die sowjetische Frühjahrsoffensive endete mit der Eroberung der Krim Mitte Mai. Am 22. Juni begann die sowjetische Sommeroffensive gegen die Heeresgruppe Mitte. Diese wurde am 28. Juni von Model übernommen, neuer Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nordukraine wurde Generaloberst Josef Harpe. Der Rückzug nach Westen ging weiter, im Süden in die Karpaten hinein, im Norden über den Bug an die Weichsel, mit Aufbau eines Brückenkopfes bei Baranow. Erschwert wurde die Situation durch das Ausscheren von Rumänien und Bulgarien aus dem Bündnis mit Deutschland im Laufe des August und September. Am 31. August ging Bukarest an die Rote Armee verloren, am 15. September Sofia.
Die Heeresgruppe A (23.9.1944 - 25.1.1945)
Eine Umbenennung der Heeresgruppe Nordukraine trug der neuen Situation Rechnung. Die nunmehrige Heeresgruppe A, nachwievor unter Harpe, umfaßte die 4. Panzerarmee, die 17. Armee und die Armeegruppe Heinrici, bestehend aus der 1. Panzerarmee mit der 1. ungarischen Armee. Während nun ab dem 3. Oktober auch der Rückzug aus Griechenland lief, drang ab dem 6. Oktober die Rote Armee in Ungarn ein. Die Heeresgruppe A stand mit ihren Verbänden im Brückenkopf Baranow an der Weichsel, sowie in Rückzugskämpfen in Galizien und in der Slowakei. Der sowjetische Vormarsch konnte nicht auf Dauer aufgehalten werden. Am 12. Januar 1945 begann ausgehend vom Raum südlich Warschau eine sowjetische Winteroffensive, die in der Mitte auf die Heeresgruppe A ausgerichtet war. Als neuer Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A wurde am 17. Januar 1945 Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner eingesetzt, doch auch dieser konnte den weiteren Rückzug nicht verhindern. Noch im Januar drangen sowjetische Truppen in Schlesien ein.
Die Heeresgruppe Mitte (25.1. - 11.5.1945)
Eine erneute Umbenennung der Heeresgruppe A in Heeresgruppe Mitte erfolgte am 25. Januar 1945. Die Heeresgruppe umfaßte nunmehr die 1. Panzerarmee, die 4. Panzerarmee und die 17. Armee, im Mai kam die 7. Armee hinzu. Ende Januar gelang es den sowjetischen Truppen Brückenköpfe westlich der Oder zu bilden. Die Heeresgruppe Mitte ging von der Slowakei zurück nach Mähren, von Baranow über Niederschlesien Richtung Erzgebirge und aus Westgalizien nach Mittelschlesien, dabei an der Verteidigung von Breslau teilnehmend. Im Laufe des April gelang der Roten Armee der Durchbruch an der Oder und das Eindringen in Berlin. Die Heeresgruppe Mitte zog sich weiter in Rückzugskämpfen auf Böhmen und Mähren zurück. Am 5. Mai brach in Prag ein Aufstand gegen die deutsche Besatzung aus, am 6. Mai kapitulierte Breslau. Am Tag des Inkrafttretens der Gesamtkapitulation am 9. Mai stand die Heeresgruppe Mitte mit etwa 1,2 Millionen Mann in Böhmen und Mähren. Schörner war zwischenzeitlich von Hitler testamentarisch zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt worden, was jedoch ohne wesentliche praktische Auswirkungen blieb. In der Absicht, eine Kapitulation vor den sowjetischen Truppen zu vermeiden, wurden die Bewegungen nach Westen weiter fortgesetzt und ein Sichgefangengeben vermieden. Erst am 11. Mai 1945 erfolgte die endgültige Kapitulation der Heeresgruppe Mitte und der Eintritt ihrer Soldaten in die Kriegsgefangenschaft.
Bezeichnungen:
21.11.1942 - 12.2.1943 Heeresgruppe Don
12.2.1943 - 25.3.1944 Heeresgruppe Süd
30.3. - 23.9.1944 Heeresgruppe Nordukraine
23.9.1944 - 25.1.1945 Heeresgruppe A
25.1. - 11.5.1945 Heeresgruppe Mitte
Oberbefehlshaber:
21.11.1942 - 30.3.1944 Generalfeldmarschall Erich von Manstein
30.3. - 28.6.1944 Generalfeldmarschall Walter Model
28.6.1944 - 17.1.1945 Generaloberst Josef Harpe
17.1. - 11.5.1945 Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner
Dzieje zespołu
Das im Bundesarchiv-Militärarchiv befindliche Schriftgut der verschiedenen Heeresgruppen stammt im wesentlichen aus Rückgaben aus den USA nach 1962.
Zakres i treść
Die insgesamt sehr dünne Überlieferung besteht hauptsächlich aus Bänden des Kriegstagebuchs und Anlagebänden hierzu. Der zeitliche Schwerpunkt liegt klar auf 1942 und 1943. Ausnahmen sind eine Handakte des Chefs des Stabes zur Abwehrschlacht im großen Weichselbogen 1944/45, Lagemeldungen von 1944 und 1945, sowie einzelne Bände zur Feindbeurteilung von 1943 und 1945. Noch hinzu kommen vereinzelte Akten des Bevollmächtigten Transport-Offiziers/Generals des Transportwesens und des Nachrichtenführers.
OB: Handakten von November 1942 bis April 1944 (16 AE in N 507/97-112)
Chef d. Gen.St.: Handakte von Oktober 1944 bis Januar 1945.
Ia: KTB von November 1942 bis Juli 1943 und von November 1944 bis April 1945.
OQu.: KTB von Juni 1941 bis September 1942 (beim AOK 11).
Ic: Tb von April bis November 1942 (beim AOK 11) sowie verschiedene Unterlagen aus 1943 und 1945.
Ia/Ic-Lagemeldungen sind beim AOK 11 vom Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion bis November 1942 überliefert.
Bv.TO: TB von November bis Dezember 1944.
Na.Fü.: KTB von Mitte März bis Juni 1943.
Wirtschaftsführer bei der Heeresgruppe Don/Süd/Nordukraine/A: KTB von Oktober 1942 bis Dezember 1944 (in RW 46/42-54).
Źródła
RHD 52 OB/Heeresgruppen
Merkblatt 1944
Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va., Washington 1958 ff., Bde. 40 und 52
Engelmann, Joachim: Manstein. Stratege und Truppenführer. Ein Lebensbericht in Bildern. Friedberg o.J.
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Hinze, Rolf: Rückzugskämpfe in der Ukraine 1943/44. Meerbusch 1991
Hinze, Rolf: Letztes Aufgebot zur Verteidigung des Reichsgebiets. Kämpfe der Heeresgruppe Nordukraine/A/Mitte. Meerbusch 1995
Kaltenegger, Roland: Schörner. Feldmarschall der letzten Stunde. Biographie. München, Berlin 1994
Kehrig, Manfred: Stalingrad. Analyse und Dokumentation einer Schlacht. Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte Bd. 15. Stuttgart 1974
Kern, Erich: Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner. Ein deutsches Soldatenschicksal. Preußisch Oldendorf 1976
Klink, Ernst: Das Gesetz des Handelns. Die Operation "Zitadelle" 1943. Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte Bd. 7. Stuttgart 1966
Magenheimer, Heinz: Abwehrschlacht an der Weichsel 1945. Vorbereitung, Ablauf, Erfahrungen. Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges 20. Freiburg i.Br. 1976
Manstein, Erich von: Verlorene Siege. Bonn 1955
Schwarz, Eberhard: Die Stabilisierung im Süden der Ostfront nach der Katastrophe von Stalingrad und dem Rückzug aus dem Kaukasus. Köln 1981 [Diss.]
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
Tieke, Wilhelm: Im Südabschnitt der Ostfront. Die entscheidenden Operationen. Krim-Stalingrad-Kaukasien. Meilensteine auf dem Wege zur Kriegswende. Gummersbach 1984 [Selbstverlag]
Informacje dotyczące procedury
Findbuch
Die Unterlagen sind 1970-74 verzeichnet worden (Hr. Loos). Nach weiteren Rückgaben von deutschen Einrichtungen und aus Privathand wurde 1987 eine Überarbeitung durchgeführt (Frau Ganser). Zur Gewährleistung einer verbesserten Zugänglichkeit und Recherchierbarkeit in Form eines Online-Findbuchs wurde 2005 eine erneute Überarbeitung nötig.
Die Akten wurden bereits bei den ersten beiden Erschließungen konservatorisch bearbeitet und zum Teil restauriert. Im Zuge der Überarbeitung wurde der Bestand 2005 in die Datenbank BASYS-S eingegeben. Die bis dahin im Findbuch geführten zahlreichen Verweise auf einzelne Akten in anderen Beständen wurden aus dem eigentlichen Bestand herausgenommen und finden sich nun in der Einleitung unter dem Punkt Überlieferungsverweis.
this fonds was selected by EHRI from their holding guide, based on date range and subject
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