Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik
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95 AE
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Biografia twórcy
Die Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik wurde aufgrund der Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 28. Jan. 1943 errichtet. Rechtliche Grundlagen dieses Zwangszusammenschlusses waren durch das Gesetz über die Errichtung von Zwangskartellen vom 15. Juli 1933 sowie mit der Verordnung über Gemeinschaftswerke in der gewerblichen Wirtschaft vom 4. Sept. 1939 und der Marktaufsichtsverordnung vom 20. Okt. 1942 gegeben. Unter Ausschluss der Liquidation wurden der Verband sanitär-keramischen Industrie GmbH Heidelberg und die Verkaufsstelle für Eisenbedarfsgegenstände aus keramischen Werkstoffen GmbH Berlin, in dieser Verkaufsgemeinschaft vereinigt, die damit alle Herstellerwerke sanitär-keramischer Waren aus Porzellan, Steingut, Edelfeuerton und deutschem Feuerton umfasste.
Organe der Gemeinschaft Sanitärkeramik, die den Status einer juristischen Person privaten Rechts besaß, waren der Verwaltungsrat, die Mitgliederversammlung und die Geschäftsführung. Die einzelnen Aufgaben wurden in § 2 der Satzung, die Bestandteil der Anordnung vom 28. Jan. 1943 war, eingehend definiert:
"(1) Die Verkaufsgemeinschaft hat die Aufgabe, eine umfassende Marktregelung auf dem Gebiet der sanitär-keramischen Industrie durchzuführen; insbesondere wird die Verkaufsgemeinschaft auf folgenden Gebieten tätig sein:
a) ausschließlich Verkauf und Vertrieb der Verbandsartikel im In- und Ausland für Rechnung der Mitglieder,
b) Abschluss von marktregelnden Vereinbarungen mit Händlern und sonstigen Abnehmern,
c) Abschluss von marktregelnden Vereinbarungen mit Unternehmungen und Zusammenschlüssen in anderen Ländern,
d) Förderung neuer technischer Verfahren und leistungssteigernden Maßnahmen,
e) Interessenausgleich zwischen den Mitgliedern,
f) Erfüllung von Aufgaben, die der Verkaufsgemeinschaft durch eine amtliche Stelle oder die zuständige Gliederung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zugewiesen werden.
(2) Die Tätigkeit der Verkaufsgemeinschaft ist nicht auf die Erzielung eigener Gewinne gerichtet."
Durch Beschluss des Verwaltungsrats begann die Verkaufstätigkeit am 1. Apr. 1943. Die Verkaufsstelle für Eisenbahnbedarfsgegenstände wurde am 1. Okt. 1943 in die Verkaufsgemeinschaft überführt.
Als Geschäftsführer wurden Dr. Ewald Schulz, der bisherige Geschäftsführer der Sanitärkeramik GmbH, und Otto Heinstein, bisheriger Geschäftsführer des Verbandes sanitär-keramischer Werke und der Feuertonverkauf GmbH, bestellt. Nachdem Otto Heinstein aus gesundheitlichen Gründen die Geschäftsführung niedergelegt hatte, blieb Dr. Ewald Schulz bis zum Ende des Krieges alleiniger Geschäftsführer. Als Geschäftsstelle wurde die Sanitärkeramik GmbH in Berlin übernommen.
Mit der Gründung der Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik sollten Spannungen unter den Firmen der sanitär-keramischen Branche behoben werden. Direktor Roscher, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sanitärkeramik GmbH sagte auf der ordentlichen Gesellschafterversammlung vom 7. Dez. 1943: "Spannungen, die sich später insb. zwischen dem Werkstoff Hartsteingut und dem Werkstoff Porzellan ergaben, führten vorübergehend zu einer Notlösung in Form der Treuhandgesellschaft der sanitär-keramischen Industrie GmbH, Heidelberg, und da die Industrie die Gesamtlösung nicht fand, wurde dann Anfang 1943 die Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik seitens des Reichswirtschaftsministeriums verfügt, wodurch eine Bereinigung im Kartell- und Syndikatswesen auch in der sanitär-keramischen Industrie durchgeführt wurde.
Zur Organisation der Verkaufsgemeinschaft liegen nur wenige Informationen vor. Neben drei Verkaufsabteilungen für die jeweiligen Werkstoffe Steingut, Porzellan und Deutschen Feuerton und Edelfeuerton bestand eine Auslandsabteilung. Daneben existierten Ausschüsse für Export und Auftragsverlagerung, ein "Keramischer Ausschuss", ein "sanitär-technischer Ausschuss" und eine Händler-Kommission.
Im Apr. 1943 wurde die Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik als eine von sechs Bewirtschaftungsstellen im Lenkungsbereich Keramik eingesetzt. Aufgaben und Funktion der Bewirtschaftungsstellen sind in § 2 der Anordnung XVI/43 des Reichsbeauftragten für Glas, Keramik und Holzverarbeitung definiert. Die offizielle Bezeichnung lautete: Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik als Bewirtschaftungsstelle des Reichsbeauftragten für Glas, Keramik und Holzverarbeitung. Leiter war Walter Runde.
Zur Intensivierung der Kriegswirtschaft und zur Beseitigung von Engpässen waren auf Anordnung des Reichsministers für Bewaffnung und Munition Ausschüsse und Ringe gebildet worden. Die Beauftragten in der Industrie waren ermächtigt, über alle Bindungen der Konzerne, Verbände, Kartelle und ähnlichen Organisationen hinaus für die "rasche Beseitigung von Hemmnissen" zu sorgen. Dieses bedeutete eine Entmachtung der Reichsstellen in ihrer Kontrolle über die Bewirtschaftungsstellen, soweit diese nach der fachlichen Neugliederung durch Ausschüsse und Ringe gesteuert wurden. Auf dem Gebiet "Technisches Glas und Keramik" bestand neben der Stelle des Reichsbeauftragten für Glas, Keramik und Holzverarbeitung der Hauptring "Technisches Glas und Keramik". Die Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik wurde in diesem Hauptring als "Sonderring Sanitärkeramik" eingegliedert. Die innere Organisation bestand aus vier Arbeitsringen, die nach entsprechenden Arbeitsgebieten genbildet worden waren. Leiter des Sonderrings war Walter Runde, Geschäftsführer Dr. Ewald Schulz. im Feb. 1945 wurde Kurt Schoeller zum Leiter ernannt.
Dzieje zespołu
Bestandsgeschichte
In dem Bestand R 10 X sind eine Reihe von Provenienzen unter der Schlussprovenienz Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik zusammengefasst, die als marktregelnde Einrichtungen der Sanitärkeramik zu bezeichnen sind. Es handelt sich dabei um folgende Vereinigungen, Gesellschaften und Verbände: Vereinigung deutscher Spülwaren- und Sanitätsgeschirrfabriken, Sanitätskeramik GmbH, Feuertonverkauf GmbH, Verband sanitär-keramischer Werke.
Die Akten der Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik und der vier genannten Vorprovenienzen wurden 1969 vom Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem an das Bundesarchiv Koblenz abgegeben. Der Bestand, der zunächst unter der Bezeichnung R 119 I geführt wurde, erhielt bei der Neuverzeichnung 1983 die Bestandssignatur R 10 X.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Die innere Ordnung der Bände war in einigen Fällen gestört. Die Störung betrafen v.a. die Chronologie in Verbindung mit einer sachbezogenen Ablage. Bei der Verzeichnung standen Hilfsmittel wie Aktenpläne oder detaillierte Aktenverzeichnisse nicht zur Verfügung. Aktenzeichen waren ebenfalls nicht vorhanden. Es ist deshalb zu vermuten, dass jeweils nach Anfall Korrespondenz-, Betreff- oder Einzelfallakten gebildet wurden.
Der archivwürdige Teil des Bestandes besteht nunmehr aus 78 Nummern. Die Klassifikation erfolgte nach den o.a. aktenführenden Stellen. Auf eine weitere Unterteilung nach Sachbetreffen konnte wegen der geringen Anzahl der Bände verzichtet werden.
Zirka ein Drittel der ursprünglich vorhandenen 185 Bände konnte kassiert werden: v.a. Doppel- und Mehrfachstücke, ferner Akten geringen Aussagewertes (Einzelfälle, Routinekorrespondenz, Statistiken und Angelegenheiten der Dienststellenverwaltung).
Zakres i treść
Der größte Teil des Bestandes setzte sich aus Unterlagen der 1943 gegründeten Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik Berlin und aus fortgeführten Akten der Sanitätskeramik GmbH Berlin zusammen.
Informacje dotyczące procedury
Findbuch (1986)
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Bundesarchiv
Tematy
- Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Wirtschaft, Rüstung, Landwirtschaft, Post, Verkehr