Sturmabteilungen der NSDAP
Rozmiary i nośnik
1263 AE
Schriftgut
Biografia twórcy
1921 aus der "Turn- und Sportabteilung der NSDAP" hervorgegangen, Verbot 1923; Neu‧gründung 1925, Errichtung der Obersten SA-Führung in München mit dem Chef des Stabs 1926 als zentrale Leitung, zuständig für die vor- und nachmilitärische Ausbildung der Mitglie‧der der NSDAP
Langtext:
Die Sturmabteilung der NSDAP entstand 1920 aus einem Saalschutz für die Durchführung von Demonstrationen und Versammlungen der NSDAP. 1921 offiziell als "Turn- und Sportabteilung" bezeichnet, wuchs sie zahlenmäßig schnell an.
Nach der Neugründung der NSDAP im Jahr 1925 wurde die SA mit dem Erstarken der NS-Bewegung und deren forcierter Propagandaarbeit zielstrebig ausgebaut. Die Oberste SA-Führung (OSAF), der sieben SA-Obergruppen unterstanden, wurde 1926 etabliert. Ihr Sitz befand sich bis 1945 in München.
1927 wurden zusätzlich Musikzüge formiert und 1929/1930 das Sanitätswesen organisiert. Seit 1928 wurde ein eigenes Beiblatt des Völkischen Beobachters, "Der SA-Mann", herausgegeben. Adolf Hitler ernannte sich 1930 zum Obersten SA-Führer. Die tatsächliche Leitung lag beim Chef des Stabes der SA. Dieses Amt bekleideten 1930-1934 Ernst Röhm, 1934-1943 Viktor Lutze und 1943-1945 Wilhelm Schepmann.
Die SA strebte in Zusammenarbeit mit der Reichswehr das Ziel an, für die militärische Ausbildung der Jugend zuständig zu sein. Das zu diesem Zweck gegründete Reichskuratorium für Jugendertüchtigung (13. September 1931) musste jedoch 1933 aufgelöst und als Amt Ausbildungswesen wieder eingerichtet werden.
Nach der Machtergreifung erhielt die SA durch die Übernahme der aufgelösten Wehrverbände, hier v.a. des "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten", einen enormen quantitativen Zuwachs. Politische Aufwertung erfuhr sie durch die Übertragung polizeilicher Funktionen, die ihre Mitglieder als Hilfspolizisten zur Verfolgung der politischen Gegner seit Februar bis etwa Dezember 1933 nutzten. Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung verfügte die Organisation über ca. 2,9 Millionen Mitglieder.
Nach der politischen Ausschaltung der SA und der Ermordung ihrer wichtigsten Führer im Zusammenhang mit den Ereignissen des 30. Juni 1934 ("Röhm-Putsch") wurde die Organisation erneut verändert. Das Ministeramt, die Stabswache und das Presseamt wurden aufgelöst und die SA-Motorstürme dem schon seit 1931 selbständigen Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK) zugeordnet.
Die Einrichtung und verstärkte Tätigkeit des Sondergerichts der OSAF und des Disziplinargerichts sorgte für die Disziplinierung renitenter Mitglieder und die drastische Dezimierung der Mitgliederzahl von 1,6 Millionen SA-Angehöriger im Oktober 1935 auf 1,2 Millionen im April 1938.
Nach ihrer politischen Ausschaltung reduzierte sich die Tätigkeit der SA im Wesentlichen auf die sportliche und vormilitärische Ausbildung der Jugend, auf die Organisation von Großveranstaltungen und Sammlungsaktionen sowie auf Aufräumungsarbeiten nach Luftangriffen während des Krieges. Hervorzuheben ist allerdings die aktive Beteiligung der SA an der brutalen Verfolgung jüdischer Bürger v.a. anlässlich der Progrome um den 9. November 1938. Auch die Aufstellung der SA-Standarte Feldherrnhalle, die mit mehreren Tausend Angehörigen zum Kriegseinsatz kam, zählt zu den Ausnahmeerscheinung in den Aktivitäten dieser Organisation.
Zakres i treść
Teil 1: 1921-1945 (439):
Befehle, Verfügungen, Anordnungen 1927-1940 (71), Verwaltungsangelegenheiten 1931-1945 (208), Rechtsamt o.Dat. (26), Presseangelegenheiten o.Dat. (16), SA-Obergruppen und SA-Grup‧pen o.Dat. (104), Diverses o.Dat. (14)
Teil 2: 1931/1933-1935 (15):
Chef des Ausbildungswesens 1931/33-1935 (15)
Langtext:
Die Geschichte der SA wird durch die in NS 23 überlieferten Unterlagen der OSAF nur in sehr geringem Umfang deutlich. Lediglich die Tätigkeit des Führungshauptamtes und des Gerichts- und Rechtsamtes, mit einem Schwerpunkt auf der Zeit nach 1933, sind einigermaßen belegt. Allerdings handelt es sich bei den Unterlagen des Rechtsamtes um Einzelfälle, weniger um Schriftgut, das die Tätigkeit des Amtes insgesamt belegt.
Die Ereignisse um den 30. Juni 1934 ("Röhm-Putsch") als eine der wichtigsten Zäsuren in der Geschichte der Organisation spiegeln sich kaum in den Unterlagen wider. Diesbezüglich ist auf andere Bestände zurückzugreifen.
Die Tätigkeit der SA im Bereich der sportlichen Ausbildung und der Organisation von sportlichen Wettkämpfen sowie die ideologische Erziehung der Mitglieder sind relativ gut belegt, v.a. durch die umfangreiche, fast lückenlos erhaltene Sammlung an Befehlen der einzelnen Ämter der OSAF.
Einen Eindruck von der Disziplinierung der Mitglieder der SA vermittels Verfahren vor dem Sondergericht der OSAF und des Disziplinargerichts vermitteln die einigermaßen umfangreich überlieferten Einzelvorgänge des Rechts- und Gerichtsamtes im Bestand NS 23.
Eine weitere große Aktengruppe (ca. 160 AE) stellen die aus der Sammlung "BDC" integrierten Sammellisten dar. Diese sind im Bestand unter der Bezeichnung der jeweiligen SA-Einheit aufgenommen. In der Regel finden sich hier Meldungen zu SA-Lehrgängen, Festlegungen von uk-Stellungen, Feldpostanschriften, Auszeichnungen, Besoldungslisten und Mannschaftskontrollscheine für den Hindenburggepäckmarsch 1938. Eine namentliche Erschließung ist hierfür bislang nicht erfolgt.
Die in den Bestand integrierte SA-Warnkartei, eine Kartei zu ausgeschlossenen SA-Angehörigen (1933-1944), weist ca. 26 000 Personen nach. Sie erfasst zusätzlich Personen, die keine SA-Mitglieder waren, aber aus politischen Gründen 1933/34 in Bayern und Württemberg inhaftiert worden waren. Die Kartei "SA-Standarte Feldherrnhalle" weist ca. 34 000 Angehörige der Standarte nach.
Personenbezogene Unterlagen zu SA-Angehörigen sind in beträchtlichem Umfang in den beiden Sammlungen "Berlin Document Center" (BDC) und "NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR" überliefert. Angesichts der Masse der Überlieferung werden diese zweckmäßigerweise auch dort verbleiben.
Pomoce informacyjne
Online-Findbuch; Nacherschließung in Datenbank
Źródła
Verordnungsblatt der Obersten SA-Führung, 1931-1944 (NSD 40/1); Stabsbefehl/Personalstabsbefehl, 1935-1944 (NSD 40/5); Der SA-Führer. Zeitschrift der SA-Führer der NSDAP, 1936-1944 (NSD 40/20); Der SA-Mann, 1929, 1932-1938 (NSD 40/85)
- Amts- und Dienstvorschriften, Schulungs- und Propagandamaterial (in der Bibliothek der Stiftung Archiv Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv): Schriftenreihen: Der Appell (o. J.)
- Dienstvorschrift für die SA der NSDAP (1932, 1933) Kampfschriften der Obersten SA-Führung (1937-1939)
- Die SA/Sonderdruck (1940, 1941) Die SA der NSDAP (Sonderdruck der Zeitschrift "Der SA-Führer", 1943, bearb. Sponholz, Hans)
- SA -Anschriftenverzeichnis 1943 SA-Dv [Dienstvorschrift] (1944)
- Zeitungen und Zeitschriften: Arbeiter, Bauern, Soldaten (1931 E)
- Führerbefehl (1931-1944)
- Führungsbefehl (1942-1944)
- Geschichte der SA: Zeitschrift der Sturmabteilung der NSDAP (1941 E)
- Mitteilungsblatt des Personalhauptamtes der Obersten SA-Führung (1942-1944)
- Nachrichtenblatt/Oberste SA-Führung (1944 E) Organisationshandbuch der NSDAP, 1943 Die SA (1940, 1941 L)
- Der SA-Führer (1936-1942, 1943 L, 1944 E)
- Der SA-Mann (1929, 1932-1938, 1939 E)
- Stabsbefehl/Oberste SA-Führung (1935 E, 1936 E, 1937-1939 L, 1940-1944 E)
- Verordnungsblatt der Obersten SA-Führung (1931/32-1935, 1936-1939 L, 1940 E, 1944 E)
- Verwaltungsanordnung/Oberste SA-Führung (1945)
- Verwaltungs-Mitteilungen/Oberste SA-Führung (1942 L, 1943 E, 1944 E)
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- Weissbuch über die Erschießungen des 30.Juni 1934. Authentische Darstellung der deutschen Bartholomäusnacht, Paris 1934
- Bennecke, Heinrich, Hitler und die SA, München 1962
- Boberach,Heinz, Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates: Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP, im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte bearbeitet von Heinz Boberach, München 1991-1995
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